«Die universitäre Medizin bringt Forschungserkenntnisse rasch ans Patientenbett.»

Coronavirus und COVID-19

Die universitäre Medizin steht in der Bekämpfung von Covid-19 an vorderster Front

Die Universitätsspitäler der Schweiz sind im Rahmen der aktuellen Covid-Pandemie stark gefordert. Sie tragen einen grossen Teil der Versorgung der an Covid-19 erkrankten Personen, sowohl auf den normalen Bettenstationen wie auch auf den Intensivstationen und bei den an sie angeschlossenen Rettungsdiensten. Gleichzeitig sind sie zentrale Akteure bei der Testung der Bevölkerung sowie der Impfkampagne, in der Forschung zur Behandlung der Erkrankten sowie in der gezielten Schulung des Personals und der Information der Bevölkerung.

Zur aktuellen Situation

Die Corona-Pandemie prägt unseren Alltag bereits seit Monaten. Ein Silberstreif am Horizont ist mit dem Anlaufen der Impfkampagne erkennbar. Dass die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern auf harte Lockdowns verzichten konnte, liegt nicht zuletzt an unserem leistungsfähigen Gesundheitssystem mit einer gut ausgebauten Versorgung. Die Universitätsspitäler der Schweiz spielen darin eine zentrale Rolle. Sie sind in diesem Jahr aber personell wie auch finanziell an ihre Belastungsgrenzen gelangt.

Allen Universitätsspitälern gemeinsam ist, dass diese dank ihrer effektiven Organisation und ihrem spezifischen Know-how, insbesondere bei der Behandlung von Schwerkranken und der Abdeckung des gesamten Therapieangebots, in der Lage waren, rasch, adäquat und flexibel auf die Anforderungen der Pandemie zu reagieren, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen und die benötigten Kapazitäten rechtzeitig der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. So wurden die bestehenden intensivmedizinischen Kapazitäten von 228 auf 378 Betten (+ rund 65%) ausgebaut. Dass dieser Ausbau notwendig war, zeigt die Belegung von maximal 208 Betten allein durch Covid-Patienten im November 2020. Dass die unzähligen Herausforderungen während der Pandemie ohne massive Beeinträchtigungen des Gesundheitssystems zu bewältigen waren, liegt an der hohen Einsatzbereitschaft und der Motivation der Mitarbeitenden und der Medizinstudierenden sowie auch am engen Zusammenspiel und der Solidarität zwischen den fünf Universitätsspitälern, wodurch auch direkte, unkomplizierte Hilfe, z. B. beim Transfer von Patienten möglich wurde.

Der Verband Universitäre Medizin Schweiz und seine Mitglieder unterstützen die Behörden darin, auf nationaler wie auch auf kantonaler Ebene Massnahmen zu ergreifen, um die Infektionen in der ganzen Schweiz und in allen Kantonen nachhaltig zu reduzieren. Zentral ist, dass die nationale Perspektive auf die Versorgung und Pandemiebewältigung gestärkt wird.

Die Sicherheitsmassnahmen, um Patientinnen und Patienten sowie das Personal vor Ansteckungen zu schützen, werden gemäss den Empfehlungen von Swissnoso ​​umgesetzt, sodass die Spitäler sichere Anlaufstellen für alle Arten von Krankheiten darstellen. Die Pandemie ändert nichts am Auftrag der Notaufnahmen, die 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche alle Patienten aufnehmen – unabhängig von ihren Symptomen, ob Covid-bezogen oder nicht. Die Bevölkerung soll bei akuten gesundheitlichen Problemen weiterhin die Spitäler aufsuchen.

Versorgung und Intensivbehandlung

Die Universitätsspitäler bilden das Rückgrat der Versorgung der Erkrankten in der Covid-Pandemie. Sie tragen massgeblich dazu bei, dass das schweizerische Gesundheitswesen die grossen Herausforderungen meistern konnte.  Die Universitätsspitäler sind auf neue Krankheitsherde und die Aufstockung von Kapazitäten für Covid-Fälle vorbereitet und pflegen eine solidarische Zusammenarbeit. Die Universitätsspitäler unterstützen ausserdem die Initiative der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin SGI und des Koordinierten Sanitätsdiensts (KSD) zur nationalen Koordination von Intensivpflegebetten.

Die wichtigsten Massnahmen an den Universitätsspitälern umfassen:

  • Situative massive Aufstockung der Intensivbetten und Beatmungsstellen für Covid-19-Fälle.
  • Anwendung von vielversprechenden Behandlungsoptionen und deren Begleitung durch die Forschung.
  • Gewährleistung der Triage und Testung von Personen mit Verdacht auf Infizierung mit Sars-CoV-2.
  • Schutz des Personals und der anderen Patientinnen und Patienten vor Ansteckung.
  • Verschiebung von nicht dringlichen Operationen und ambulanten Konsultationen.
  • Information der Öffentlichkeit und Fachauskünfte für Medienschaffende.
  • Bereitstellen von wissenschaftlicher Expertise für Behörden und Zusammenarbeit mit Gremien der Krisenbewältigung.
  • Erhöhung von Screening- und Laborkapazitäten.
  • Weitere Details wurden an der Bilanzmedienkonferenz zu einem Jahr Pandemie präsentiert.

Forschung

Die universitäre Medizin ist an Forschungsprojekten beteiligt, die die Grundlagen in den Bereichen der Infektiologie und der Immunologie sowie die konkrete Behandlung der Lungenkrankheit Covid-19 verbessern. Allein im Jahr 2020 wurden 232 Forschungsprojekte zu SARS-CoV-2/COVID-19 lanciert. Die notwendigen und kontinuierlichen Investitionen in Wissen, Infrastruktur und Ausbildung in diesem Umfang können nur die Universitätsspitäler leisten.

Ein Jahr COVID-19 – Bilanz der fünf Universitätsspitäler

Rückblick

Ein Jahr COVID-19: Medienkonfernez vom 6.5.2021

Aufruf an BR Berset und GDK-Präsident RR Engelberger: Schreiben vom 9.12.2020

​​Zur zweiten Welle: Medienmitteilung vom 20.11.2020

Zur ersten Welle: Medienkonferenz vom 1.7.2020 und die Facts & Figures

Medienmitteilung vom 24.4.2020

Weitere Informationen zur Versorgung

Behandlungsrichtlinien betreffend COVID-19 finden Sie unter: SAMW
Koordination der Intensivpflegebetten: SGI
Empfehlungen von Swissnoso: Covid-19

Weitere Informationen zur Forschung

SCTO Forschungsprojekte der Unispitäler
SNF Nationales Sonder-Forschungsprogramm NFP 78 "Covid-19"
Swissethics bewilligte und eingereichte Forschungsprojekte, Rahmenbedingungen
Anmelden