Qualität
Die fünf Universitätsspitäler der Schweiz arbeiten eng zusammen, um gemeinsame Projekte zur Verbesserung der Qualität voranzubringen und eine gemeinsame Grundlage zur Messung von Qualitätsindikatoren zu definieren.
Wichtige Themen sind die Patientensicherheit und der Einbezug von Patientinnen und Patienten sowie von deren Angehörigen in die Behandlungsgespräche und -entscheide. Auch die Anwendung innovativer Ansätze zur Qualitätssteigerung der medizinischen Versorgung in den Universitätsspitälern ist zentral.

Qualitätsindikatoren
Die fünf Universitätsspitäler der Schweiz sind bestrebt, gemeinsame Qualitätsindikatoren zu entwickeln und bestehende Indikatoren zu harmonisieren. Dabei geht es weniger darum, Vergleiche und Ranglisten zu erstellen, sondern um einen stetigen Austausch mit dem Ziel, voneinander zu lernen und gemeinsam gesetzte Ziele zu erreichen.

Patientensicherheit
Die Ergebnisse einer umfassenden Umfrage zur Sicherheitskultur für Patientinnen und Patienten in den fünf Schweizer Universitätsspitälern aus dem Jahr 2023 wurden 2024 erstmals in der OECD-Publikation «Comparative assessment of patient safety culture performance in OECD countries» veröffentlicht. Die Einbindung der Schweizer Daten in diese internationale Vergleichsstudie unterstreicht die Relevanz der hiesigen Bemühungen im Bereich Patientensicherheit.

Initiative Qualitätsmedizin (IQM)
Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM) hat zum Ziel, die Verbesserung der Qualität in der medizinischen Versorgung durch innovative und effiziente Verfahren voranzutreiben. Daran beteiligen sich über 400 Spitäler aus Deutschland und der Schweiz, darunter alle Schweizer Universitätsspitäler. Die Qualitätssicherung durch kollegialen Austausch zwischen Ärzten, Ärztinnen und Pflegefachpersonen ist zentral und wird durch die Peer Reviews gefördert. Anhand ausgewählter Patientenakten werden mögliche Schwachstellen in den Behandlungsabläufen, Strukturen und Schnittstellen geprüft und im kollegialen Dialog erörtert.

Empfehlungen für gesundheitsbezogene Register
Gesundheitsbezogene Register sind ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. Sie tragen zur Transparenz und Vergleichbarkeit medizinischer Leistungen bei und sind eine wichtige Grundlage für die klinische und epidemiologische Forschung. Um zu deren Qualitätssicherung beizutragen, gibt das ANQ Kompetenzzentrum für Qualitätsmessungen in Spitälern und Kliniken in Zusammenarbeit mit FMH, H+ Die Spitäler der Schweiz, der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) und unimedsuisse Empfehlungen für den Aufbau und Betrieb von gesundheitsbezogenen Registern heraus.

Patient and Public Involvement (PPI)
Einbezug von Patienten, Patientinnen und deren Angehörigen
Die fünf Schweizer Universitätsspitäler haben im Jahr 2025 ein Positionspapier herausgegeben, wie der Einbezug von Patientinnen, Patienten und deren Angehörigen in die medizinische Versorgung und Forschung gefördert werden kann. Das Positionspapier orientiert sich am Montreal-Modell und enthält konkrete Umsetzungsempfehlungen. Nebst Experten und Expertinnen der Pflege und Ärzteschaft sind betroffene Patientinnen und Patienten bestrebt, ein Netzwerk für den Erfahrungsaustausch aufzubauen.

Seltene Krankheiten
Die Nationale Koordination Seltene Krankheiten (kosek) ist eine Koordinationsplattform für die Verbesserung der Versorgungssituation für Betroffene von seltenen Krankheiten. Mittels eines qualitätssichernden Verfahrens anerkennt die kosek Versorgungsstrukturen für Menschen ohne Diagnose und für Menschen mit einer seltenen Krankheit. Daneben setzt sich die kosek für das Register für seltene Krankheiten, die Forschung und den Anschluss an internationale Initiativen ein.
unimedsuisse ist Gründungsmitglied der kosek und engagiert sich zusammen mit Patientenorganisationen, den Kantonen, weiteren Leistungserbringern und der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) innerhalb der kosek.
Die Geschäftsstelle der kosek ist derzeit der Geschäftsstelle von unimedsuisse angegliedert.

Advanced Therapy Medicinal Products (ATMP)
Die Erarbeitung von Regelungen und die Vergütung von Arzneimitteln für neuartige Therapien (Advanced Therapy Medicinal Products, ATMP), welche in den Universitätsspitälern hergestellt werden, stellen die Behörden und die Universitätsspitäler vor Herausforderung. unimedsuisse nimmt deshalb in ihrem White Paper Stellung zur Thematik der ATMP und ist im Austausch mit den Behörden, um ihre konkreten Erfahrungen aus der Forschung und der Versorgung einzubringen, insbesondere zu den Neuerungen im Humanforschungsgesetz und Arzneimittelrecht.

Konsortium für nachhaltige Gesundheit
unimedsuisse ist Mitglied des Schweizer Konsortiums für nachhaltige Gesundheit und ökologischen Wandel des Gesundheitssystems (ETHICH). Der Verein koordiniert Aktionen seiner Mitglieder für ein gerechtes und ökologisch nachhaltiges Gesundheitssystem, welches die planetaren Grenzen respektiert. Am jährlich stattfindenden Forum des Konsortiums sponsort unimedsuisse einen Preis für ausgezeichnete Projekte im Bereich nachhaltige Gesundheit.
www.ethich.ch
Digitalisierung
unimedsuisse fördert die national koordinierte Entwicklung von Dateninfrastrukturen zur Weiterentwicklung der Forschung der universitären Medizin und ist Mitglied des Branchengremiums DigiSanté. DigiSanté ist das nationale Programm zur Förderung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Das Branchengremium setzt sich zusammen aus Vertretungen von ca. 40 Organisationen des Gesundheitswesens, wie Leistungserbringende, Berufsverbände, Versicherungen, Forschung oder Patientenvertretungen. Eine enge Begleitung des Programms DigiSanté durch die Branchenvertretungen fördert die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Akteuren und ermöglicht ein umfassendes Verständnis für Bedürfnisse, Erwartungen und Verantwortlichkeiten aller Beteiligten.